Blutverdünner

Blutverdünner sind Tabletten und Spritzen, die das Blut dünner machen. Diese Substanzklassen sind notwendig und äusserst wirksam bei der Behandlung von Venenentzündungen und Thrombosen. Ihre Entwicklung und ihr Einsatz hat die Therapie tiefer Venenthrombosen in den letzten Jahren revolutioniert. Durch ihre Hilfe ist es möglich, tiefe Venenthrombosen − ja sogar Lungenembolien − ambulant zu behandeln, ohne dass im Vergleich zu früheren Zeiten ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird.

Blutverdünner gibt es in Tablettenform (MarcoumarSintrom) und als Heparine, die im Moment nur als Fertigspritze einsetzbar sind. Marcoumar und Sintrom sind sogenannte Vitamin K-Antagonisten, sie reduzieren die Aktivität von Gerinnungsfaktoren und machen so das Blut dünner. Wie dünn das Blut ist, kann mit Hilfe des sogenannten Quick-Tests ermittelt werden. Hierbei sind Werte von 15-35% (Normalwert 100%) im sogenannten therapeutischen Bereich. Je nach Konstitution und Ernährung benötigt ein Patient mehr oder weniger Tabletten, um in diesem Bereich zu liegen. Die medikamentöse Blutverdünnung mit Marcoumar oderSintrom wird normalerweise über 3-6 Monate durchgeführt. Bei wiederholten Thrombosen oder Lungenembolien ist in manchen Fällen eine lebenslange Behandlung nötig. Beide Medikamente sind seit vielen Jahren auf dem Markt und erforscht. Nennenswerte Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Heparine sind eine Mischung bestimmter Moleküle, die nach Injektion in das Unterhautfettgewebe innerhalb kurzer Zeit (1 Stunde) eine Verdünnung des Blutes bewirken. Der Einsatz normaler Heparine bedurfte die Messung der Blutverdünnung mit Hilfe spezieller Testverfahren. Neu entwickelte Heparinklassen, die sogenannten “niedermolekularen Heparine“, sind jedoch ohne Kontrollmessung einsetzbar. Hierbei handelt es sich um Fertigspritzen, die vom Patient selbst gespritzt werden können. Dies ist oftmals sinnvoll zum Beispiel vor Antritt einer grösseren Flug- oder Busreise (länger als 4-6 Stunden). Ganz neue Studien zeigen, dass der Einsatz niedermolekularer Heparine in Kombination mit einem Kompressionsstrumpf äusserst effizient bei der Behandlung tiefer Venenthrombosen ist und einen Klinikaufenthalt unnötig machen. Die Therapie kann ambulant durchgeführt werden.

Medikamentenklassen wie Extrakte des Blutegels (Hirudin) und spezielle Zuckermoleküle (Pentasaccharide) sind ganz neu auf dem Markt und werden ebenfalls zur Blutverdünnung eingesetzt. Die Untersuchung der ersten Studien ist äusserst erfolgsversprechend, so dass diese Substanzklassen in den nächsten Jahren viel von sich hören lassen werden.

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